Neue Idee „Sunbreather“

Mai 18, 2020 0 Von marioschkah

Ich dachte mir, wozu habe ich Follower, wenn ich ihnen nicht ab und an mal was Exklusives geben kann 🙂 Vor zwei Tagen habe ich noch berichtet, dass ich an eine neue Idee geraten bin. Hier also der erste Draft zu einer neuen Fantasy-Geschichte. Es ist weit davon entfernt, in dieser Form in einem veröffentlichten Buch gelesen zu werden. Ein einfacher Entwurf eben. Ob es als Prolog taugt, oder als Einstieg in das erste Kapitel wird sich zeigen. Also, einfach ohne Wertung auf sich wirken lassen.

Ich hab zwar noch mehr Details, gerade was Hintergründigkeiten angeht. Aber das will ich natürlich nicht verraten 🙂 Auch wenn ihr es bis zu einer Veröffentlichung sicher schon vergessen haben werdet, da das noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird.

Davor will erst mal VMUU weiter gesponnen werden und andere Ideen ihre Chance erhalten 🙂

SUNBREATHER

Es jährt sich der 100. Jahrestag des Sieges der (menschliches Volk) über (nichtmenschliches Volk). Der Konflikt dauerte viele Generationen an. Zum damaligen Auslöser gab es zu Siegeszeiten schon nur noch Theorien. Eine Forschung danach oder gar Hinterfragung des Sinnhaftigkeit des Krieges wurde als Volksverrat angesehen. Heutzutage wird dies nicht mehr bestraft, aber das Interesse hält sich in Grenzen. Nur wenige Geschichtsforscher widmen sich diesem spezifischen Thema.
Allgemeiner Fakt dagegen ist, dass der Krieg nur durch die „Sunbreather“ beendet wurde. Sie tauchten geradezu aus dem Nichts auf und schlugen die gegnerische Armee binnen Tagen in die Flucht. Danach führten die vier Volkshelden ein zurückgezogenes Leben. Zu keiner Gelegenheit traten sie mehr in der Öffentlichkeit auf. Die Nachrichten über ihren Todestag lösten jedesmal Bestürzung unter der Bevölkerung aus und wurden zum Volkstrauertag erklärt. Ihre Gräber, als auch das Denkmal auf dem letzten Schlachtfeld sind regelmäßig beliebte Ausflugsziele von Schulklassen.
Dabei ist so wenig über die Helden bekannt. Statuen und Gemälde über das ganze Land verteilt bildeten ihr Antlitz bis ins Detail ab und Gedenktafeln darunter fassten nicht mehr zusammen, als man auch in Geschichtsbüchern lesen konnte.
2 Männer, 2 Frauen – zwischen 20 und 40 Jahre alt. Was man nicht wusste, schrieb man in zahlreichen fiktiven Geschichten zusammen. Einmal sind sie Geschwister, in der nächsten Novelle sind sie zwei Pärchen, in manchen gleichgeschlechtlich. In anderen Geschichten fanden sie nur durch Zufall zueinander, bevor sie sich der Befreiung der Menschheit widmeten.
Vor inzwischen 47 Jahren verstarb die letzte der Helden in ihrem Domizil in den Wäldern von Dor’shak: Tam’rel. Die Namenspatronin der Protagonistin. Vor einhundert Jahren ein einmaliger Name. Keiner, den man auf diesem Kontinent je gehört hatte oder von anderen Völkern bekannt war. Die Jahrzehnte nach dem großen Sieg wurde nahezu jedes Kind nach den vier Helden benannt, oder trug zumindest eine Abwandlung davon. Zu unserer Tam’rels Zeit hatte man sich wieder auf klassischere Namen besonnen. Daher war auch sie wieder ein Exot unter ihren Mitschülerinnen. Das war allerdings schon das einzige ungewöhnlich an ihr. In jeder anderen Hinsicht konnte sie gar nicht gewöhnlicher sein. Dunkelbraune, leicht gewellte Haare, mittlere Größe, mittel sportlich begabt, mittelgut in der neunten Klasse. Nur ihre Augen waren nicht hellblau, wie die aller ihrer Mitschülerinnen, sondern dunkelbraun. Noch dunkler als die der Jungen und Männer, so dass man den Übergang von Iris und Pupille kaum ausmachen konnte. So unbedeutend dieses Detail sein sollte… man weiß, wie Kinder sein können. In ihren frühen Jahren war sie oft Opfer von Hänseleien und Streichen.
Auch wenn dies schon lange nachgelassen hatte: Es hinterließ Spuren. Blickte eine neue Bekanntschaft auf dem Tanzmarkt oder beim Baden am Flussufer ihr länger in die Augen, brach sie beschämt den Augenkontakt ab. Sie wünschte, es gäbe etwas, womit sie ihre Augen dauerhaft verbergen konnte. Es gab Schleier, aber die trugen nur die Kirchenjungfern. Tam’rel war davon überzeugt, ohnehin früher oder später bei diesen zu landen.